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Hundesteuer wird 2017 erhöht

Am 15.12.2016 hat die Stadtverordnetenversammlung eine Änderung der Hundesteuer in Neu-Anspach beschlossen.

Damit wird der erste Hund jetzt deutlich teurer (9 € ~ ca 17%). Zusätzlich wurde eine neue Steuer auf gefährliche Hunde in Höhe von 600,- € eingeführt.

Als gefährlich gelten Hunde nicht nur, wenn Sie nachweisbar gefährlich sind, also aggressiv sind oder bereits auffällig wurden, sondern auch, wenn sie bestimmten Rassen angehören. Dass diese Zuordnung rein willkürlich ist und nachweislich nur sehr wenig Aussagekraft hat (Literaturnachweise am Ende dieser Seite), ist hier wieder einmal völlig egal und wird komplett außen vor gelassen. Hier wurde das Urteil – wie so oft – durch keinerlei Fachkenntnis getrübt.

Besonders deutlich wird diese Tatsache dadurch, dass man zwar durch eine Begleithundeprüfung (oder ähnlichen Nachweis) eine Reduzierung dieser Strafsteuer erreichen kann, aber selbst dann ist sie für den ersten Hund immer noch um den Faktor 5 höher als bei anderen Hunden. Angeblich soll damit regulierend eingegriffen werden. Real gesehen ist das blanke Abzocke, weil die Stadt dringend nach neuen Geldquellen sucht.

Würde man so etwas beim Menschen machen (Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Rasse, …) würde man sich sofort den Vorwurf des Rassismus stellen müssen. Bei Hunden, die nachweislich unproblematisch und harmlos sind, gilt das aber in keiner Form. Hunde sind eben doch nur Dinge!

Öffentliche Bekanntmachung der Erhebung der Hundesteuer in Neu-Anspach


Unbedachte Folgen

Welche Folgen eine solche Strafsteuer nach sich zieht, ist vielfach an anderer Stelle beorbachtet worden:


Andere Länder, andere Sitten

Wie verschieden die Einstufing von Hunderassen sein kann, verdeutlichen 2 kurze Beispiele:

Es kommt bei allen Hunden in erster Linie darauf an, wie sie erzogen und großgezogen werden. Ich kann auch aus einem Dackel eine reißende Bestie machen, wichtig ist praktisch immer das andere Ende der Leine. Die meisten Besitzer eines sog. Kampfhundes sind ausgesprochen verantwortungsvoll im Umgang mit diesen Hunden. Wer meint, er braucht einen echten Kampfhund (der aggressiv gegenüber Menschen und/oder anderen Hunden ist), sollte diesen besser abgenommen bekommen als nur eine höhrere Steuer zu zahlen. Viele dieser Hunde sind im allgemeinen auch nicht angemeldet und es werden eh keine Steuern dafür bezahlt.


Literaturnachweis

In diversen wissenschaftlichen Arbeiten konnten keine Hinweise dafür gefunden werden, dass die Rasse eines Hundes eine Voraussage über seine Gefährlichkeit ermöglicht.

Ádám Miklósi, der die größte Forschungsgruppe zu Hundeverhalten in Europa betreut, weist darauf hin, dass zwar verschiedene demographische Erhebungen zur Epidemiologie von Hundebissen veröffentlicht wurden, Unterschiede in der Methodologie Vergleiche aber schwierig machen und kommt zu dem Schluss, „dass es im Allgemeinen keine ‚gefährlichen‘ Rassen gibt.“ Stattdessen gibt es deutliche Zusammenhänge zwischen erhöhter Aggressivität und mangelnder Sachkunde des Hundehalters, falscher Einschätzung des Hundeverhaltens durch Halter sowie aversiven Ausbildungsmethoden.


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