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Ist das wirklich schlimm?

Seit rund 9 Jahren besitze ich selbst einen behinderten Hund: Meine kleine Fenja, ein Bullterrier-Mädchen. Sie hat im Alter von 1 Jahr ein Hinterbein verloren, leider so vollständig, dass keine Möglichkeit besteht, eine Prothese anzupassen... das wäre für die kleine Maus toll gewesen, sie ist ein recht aktiver Hund.

Vielen Menschen fällt im ersten Moment gar nicht auf, dass das Bein fehlt, vor allem, wenn sie rennt. Dann merkt man kaum einen Unterschied zu einem "normalen" Hund. Erst wenn sie langsam läuft, sieht man, dass es etwas unrund wirkt... und dann kommen oft Kommentare wie "der arme Hund". Nein, sie ist kein armer Hund, sie kommt mit dem fehlenden Bein sehr gut zurecht, die Probleme liegen, wie so oft, nur im Auge des Betrachters. Klar gibt es Situationen, das wäre ein kompletter Satz Beine schon besser, aber das ist eher selten.

Nur jetzt, sie ist mittlerweile 11 Jahre alt, wird sie etwas träger, und manchmal fällt ihr alles etwas schwerer. Ja, das liegt auch an dem fehlenden Bein, aber eben auch am Alter. Wenn es sein muss, ist sie immer noch sehr flott unterwegs.

Aber hätte man sie, wie ein paar Menschen es vorgeschlagen haben, wegen einer (aus ihrer Sicht) Lappalie einschläfern sollen? Nein, sicher nicht. Sie hat in den letzten Jahren hier bei mir ein schönes und erfülltes Leben gehabt, das hoffentlich noch lange andauert. Sie war Anfangs sehr schwierig bis unmöglich mit anderen Hunden zu vergesellschaften, aber das hat sie schon lange hinter sich gelassen, jeder Hund ist ihr Freund, nachdem die erste Aufregung vorbei ist.

Vor ein paar Jahren hat meine Schwester auch einen neuen Hund bekommen, ebenfalls mit nur 3 Beinen. Auf dem Sonnerfest der Tierschützer schafft sie es regelmäßig auf Platz 1 beim Spaß-Hunderennen der kleinen Hunde. Sie ist ist, trotz ihrer Behinderung, einer der fröhlichsten Hunde, die ich je gesehen habe.

Und ich hatte einmal einen Hund in meiner Hundeschule, von dem die Besitzer sagten: Manchmal hört er prima, dann wieder gar nicht.. .was machen wir falsch? Nach 5 Minuten Training war ich mir sicher, der Hund ist komplett taub, was eine Untersuchung bei einen Tierarzt bestätigte. Zuerst war das Entsetzen groß, aber man merkte schnell, dass das eigentlich gar nichts ausmachte. Hund und Besitzer haben ein erfülltes und glückliches Leben miteinander.


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